Feuerwehr und
THW üben den
Umgang mit
Dammwänden und
dem
Schlauchsystem
Einer schmiert
die
Führungsschiene
mit
Silikon-Schutzspray,
zwei Mann heben
lange
Aluminiumbalken
in die Furche.
Mehrere solcher
Dammbalken
übereinander und
fertig ist die
Schutzwand, die
auf den ersten
Blick einfacher
und schneller
aufzubauen
scheint als ein
Ikea-Möbelstück.
Das Land ist mit
seinen
Hochwasserschutzbauten
in der Kernstadt
Riedlingen
praktisch
fertig. Aber die
Deiche und
Schutzmauern
machen
Feuerwehren und
Technisches
Hilfswerk (THW)
künftig
keineswegs
entbehrlich.
Ihnen kommt die
Aufgabe zu, die
im Schutzkonzept
ergänzend
vorgesehenen
mobilen Elemente
anzubringen.
Jedes von 400
Einzelteilen
muss
an seinen
richtigen Platz
Das haben sie
gestern
testweise
gemacht. 39
Mauerdurchgänge
bleiben im
Alltag für
Fußgänger und
Autofahrer offen
und müssen im
Ernstfall mit
Wänden
geschlossen
werden.
Dafür müssen
fast 400
Einzelsegmente
„an genau die
richtige
Stelle“, wie der
Leiter des
städtischen
Tiefbauamts,
Peter Dorn,
sagte. Daher
haben die
Verantwortlichen
viel
Gehirnschmalz
darauf
verwendet, ein
sauberes
Nummerierungssystem
zu erarbeiten –
bei genauerem
Hinsehen steckt
eben doch mehr
dahinter und
detaillierte
Ablauf-und
Einsatzpläne
sind so nötig
wie eine gute
Bedienungsanleitung
für Möbelstücke.
Planer,
Bauleiter und
Vertreter der
Lieferfirmen
wiesen die
Einsatzkräfte
gestern in die
korrekte
Handhabung ein.
Wie sind die
Zwischenstützen
für die
breiteren
Mauerdurchlässe
zu verschrauben,
wie die
Einzelteile zu
lagern oder wie
die Schrauben
gängig zu
halten? Ein Tipp
lautete: „Lieber
etwas langsamer,
aber dafür
richtig.“ Denn
fällt ein
Alubalken
hinunter, kann
er sich
verziehen und
ist dann nicht
mehr zu
gebrauchen:
Krumm oder nur
einen Zentimeter
zu lang, und er
wird nie und
nimmer in die
Führungsschienen
passen.
So
diente der
Testlauf gestern
nicht nur dazu,
dass die
Feuerwehrleute
den Aufbau
einüben.
Zugleich war es
die technische
Abnahme: Da
alles passte,
gingen die
Dammbalken
gestern
offiziell in den
Besitz der Stadt
über. Wie bei
dieser Übung
wird auch im
Ernstfall der
Bauhof die
einzelnen
Paletten zur den
39 Öffnungen
fahren, den
Einbau
übernehmen dann
die Feuerwehren
Pflummern und
Grüningen. In
diesen beiden
Teilorten ist
aufgrund ihrer
Lage die
Wahrscheinlichkeit
von Hochwässern
geringer „und
sie haben sich
deshalb
freiwillig
bereiterklärt,
die Feuerwehr
Riedlingen zu
entlasten“,
sagte
Bürgermeister
Hans Petermann
anerkennend.
Mit Wasser
gefüllte
Schläuche wirken
wie mobile
Deiche
Denn die
Kernstadt-Wehr
ist im
Hochwasserfall
ohnehin stark
gefordert.
Eine ihrer
Aufgaben ist es,
mit dem
THW in der
Weilervorstadt
und der
Mühlvorstadt das
mobile
Schlauchsystem
zu bedienen. Mit
Wasser
gefüllt, wirken
die
orangefarbenen
Riesenschläuche
wie Dämme
an den Stellen,
wo die Anwohner
keine
Mauern
akzeptieren
wollten. Zu
Jahresbeginn
hatte die
Feuerwehr es
in kleinem
Stil probiert,
gestern testeten
Wehr und THW
das komplette
System an
Ort und Stelle.
Zu Übungszwecken
mit Luft
gefüllt, waren
die
Schläuche in
dreieinhalb
Stunden
aufgebaut.
m Ernstfall und
mit
Wasserfüllung
„sind sechs
bis sieben
Stunden
realistisch“,
sagte der
Riedlinger
Feuerwehrkommandant
Stefan Kuc bei
der
Manöverkritik.
Diese und
weitere wichtige
Erkenntnisse
werden
aufgearbeitet,
um den
Einsatzplänen
den Feinschliff
zu verpassen.
Peter Faigle vom
Landesbetrieb
Gewässer, der
als
Projektleiter
die
Hochwasserschutzmaßnahmen
des Landes
federführend
konzipiert hat,
empfahl, die
Übung mindestens
einmal jährlich
zu wiederholen.
Außer Wänden und
Schlauchsystem
„werden
Sandsäcke ein
drittes mobiles
Element
bleiben“, sagte
er. Auch das
wird noch geübt.
Damit scheint
die Kernstadt
gut gerüstet für
den Fall, dessen
Eintreten sich
niemand wünscht.
Fehlen nur noch
die städtischen
Hochwasserschutzmaßnahmen
fürs Ober und
Unterried.
„Dafür fehlt
nach wie vor
eine geeignete
rechtliche
Grundlage für
den
Vorteilausgleich
der Anwohner“,
sagt Petermann.
„Die hatte schon
die alte
Landesregierung
versprochen. Mal
sehen, ob die
neue es
hinbringt. Aber
die jetzigen
Landesmaßnahmen
bringen schon
allein eine
wesentliche
Verbesserung.“





